Verwendete Verfahren

Description

Konformale  3D-RT

Die konformale 3D Radiotherapie stellt die Standard Behandlungsmethode dar, welche prinzipiell in allen Behandlungssituationen eingesetzt werden kann. Es werden die Einstrahlrichtung und die Form des Bestrahlungsfeldes im Rahmen der Bestrahlungsplanung festgelegt. Mithilfe von Filtern und Blöcken kann die Strahlung in gewissen Maßen moduliert werden.
Grundlage der Bestrahlungsplanung ist eine CT-Bildgebung. In Zusammenschau der Unterlagen und diagnostischen Bildgebung wird ein individuelles Zielgebiet dreidimensional in der Computertomographie definiert. Darüber hinaus werden die umliegenden Organe bestimmt, um im Rahmen der Planung eine Schonung dieser Organe während der Therapie zu erreichen.
In der folgenden Bestrahlungsplanung findet eine Prüfung der möglichen Therapieoptionen statt und es wird ein Bestrahlungsplan erstellt. Die überwiegende Anzahl der Behandlungen erfolgt mittels dieser Technik, jedoch ist eine Behandlung mittels 3D-RT nicht in jedem Fall die Behandlungsmodalität der Wahl. In diesen Fällen wird die IMRT oder VMAT als Behandlungsalternative ausführlich im Rahmen der Behandlungsplanung evaluiert. Für jeden Patienten wird individuell das für ihn beste Therapiekonzept ermittelt.

Die Medizinphysik errechnet mit Hilfe einer komplexen Planungssoftware (VarianEclipse) gemäß der Verordnung der Ärzte über die Zieldosis im Tumorbereich und Toleranzdosis am Normalgewebe die optimalen Bestrahlungsfelder.

Vor Beginn der Therapie wird jeder individuell erstellte Bestrahlungsplan auf Richtigkeit überprüft.

Die Bestrahlung erfolgt fraktioniert. Die einzelnen berechneten Bestrahlungsfelder werden nach einer vorgegebenen Abfolge eingestellt und die Dosis über die einzelnen Bestrahlungsfelder im Zielgebiet appliziert. Vor der Bestrahlung wird die Lage des Patienten regelmäßig mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, die direkt mit dem Behandlungsgerät in der Behandlungsposition durch das sogenannte On-Board-Imaging(OBI) System erstellt werden, überprüft und bei Erfordernis korrigiert.

IGRT

 

Bildgeführte Strahlentherapie (IGRT = Image Guided Radiotherapy)

 

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine korrekte und reproduzierbare Lagerung des Patienten und somit folglich eine gleichbleibenden Positionierung der Zielregion der Bestrahlung. Die erforderliche Präzision wird durch Lagerungshilfen, Hautmarkierungen und regelmäßige Kontrollaufnahmen der Bestrahlungsfelder gewährleistet und fortlaufend überprüft. Als Bezugspunkte dienen Knochenstrukturen, Organe und andere im Röntgenbild fassbare Elemente, die einen meist nur indirekten Hinweis auf die Lage des Tumors geben. Etwaigen Unsicherheiten in der Lagegenauigkeit werden im Rahmen der Bestrahlungsplanung durch das Einplanen von entsprechenden Sicherheitsabständen begegnet.

Die „bildgesteuerte Strahlentherapie“ (englisch = Image Guided RadioTherapy, IGRT) ermöglicht eine Steigerung der Präzision über die unmittelbare Kontrolle des Tumors und seiner Lage im Körper durch die Darstellung des Tumors selbst und der Darstellung von speziell im Tumorbereich implantierten Markern.

Ermöglicht wird die IGRT über eine in das Behandlungsgerät integrierte Röntgeneinheit, die qualitativ hochwertige Röntgenaufnahmen genauso ermöglicht, wie die Erstellung von  Computertomographien.

Diese Bilder werden, wie zur Bestrahlungsplanung, in der Behandlungsposition aufgenommen und können so direkt mit den Bildern der Planungs-Computertomographie verglichen werden. So können kleinste Abweichungen direkt vor der jeweiligen Behandlung erkannt und korrigiert werden.

Die IGRT ermöglicht eine reproduzierbar hochpräzise Behandlung und dadurch eine Therapie mit dem geringeren Risiko von Nebenwirkungen und der höheren Wahrscheinlichkeit auf ein  erfolgreiches Behandlungsergebnis.

VMAT

Die volumenmodulierte Rotationsbestrahlung

Die volumenmodulierte Rotationsbestrahlung ist eine Weiterentwicklung der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT). Zusätzlich zur Modulation der Einstrahlrichtung, Form des Bestrahlungsfeldes und Dosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes ist es nun möglich die erforderlichen Behandlungsfelder innerhalb einer Rotation des Therapiegerätes um den Patienten zu applizieren. Zu den Vorteilen der IMRT kommen mit dieser Technik weitere Freiheitsgrade in der Therapie hinzu, darüber hinaus ist eine deutliche Verkürzung der täglichen Behandlungsdauer möglich.

Grundlage der Bestrahlungsplanung ist eine CT-Bildgebung. In Zusammenschau der Unterlagen und diagnostischen Bildgebung wird ein individuelles Zielgebiet dreidimensional in der Computertomographie definiert. Darüber hinaus werden die umliegenden Organe bestimmt, um im Rahmen der Planung eine Schonung dieser Organe während der Therapie zu erreichen.

In der folgenden Bestrahlungsplanung findet eine Prüfung der möglichen Therapieoptionen statt und es wird ein Bestrahlungsplan erstellt. Nicht in jedem Fall stellt sich eine Behandlung mittels VMAT als die beste Behandlungsmethode dar. Für jeden Patienten wird individuell das für ihn beste Therapiekonzept ermittelt.

Die Medizinphysik errechnet mit Hilfe einer komplexen Planungssoftware (Varian Eclipse) gemäß der Verordnung der Ärzte über die Zieldosis im Tumorbereich und Toleranzdosis am Normalgewebe die optimale Fluenzmodulation der einzelnen Bestrahlungsfelder. Mit dieser Technik kann eine weitere Verbesserung des Schutzes normaler Gewebe und Organe und eine Erhöhung der Strahlendosis im Tumor erreicht werden.

Vor Beginn der Therapie wird jeder individuell erstellte Bestrahlungsplan auf Richtigkeit überprüft, die so genannte Verifikation des VMAT Bestrahlungsplans.

Die Bestrahlung erfolgt fraktioniert. Die einzelnen berechneten Bestrahlungsfelder werden nach einer vorgegebenen Abfolge eingestellt und die Dosis über die einzelnen Bestrahlungsfelder im Zielgebiet appliziert. Vor der täglichen Bestrahlung wird die Lage des Patienten mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, die direkt mit dem Behandlungsgerät in der Behandlungsposition durch das sogenannte On-Board-Imaging (OBI) System erstellt werden, überprüft und bei Erfordernis korrigiert. In einigen Fällen wird zusätzlich eine sogenannte „Cone-Beam“ Computertomographie vor Beginn der Bestrahlung mit dem OBI System durchgeführt und direkt mit den Computertomographien der Bestrahlungsplanung vor Beginn der Therapie verglichen. Somit ist dauerhaft ein präzise Erfassung der Behandlungsregion und somit eine korrekte Durchführung der Therapie garantiert.

 

IMRT

Die intensitätsmodulierte Radiotherapie

Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie stellt eine Weiterentwicklung der 3D-konformalen Radiotherapie dar. Zusätzlich zur Einstrahlrichtung und Form des Bestrahlungsfeldes kann die Dosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes moduliert werden. Dies erfordert neben der komplexen, technischen Realisierung eine aufwändige Bestrahlungsplanung.

Grundlage der Bestrahlungsplanung ist eine CT-Bildgebung. In Zusammenschau der Unterlagen und diagnostischen Bildgebung wird ein individuelles Zielgebiet dreidimensional in der Computertomographie definiert. Darüber hinaus werden die umliegenden Organe bestimmt, um im Rahmen der Planung eine Schonung dieser Organe während der Therapie zu erreichen.

In der folgenden Bestrahlungsplanung findet eine Prüfung der möglichen Therapieoptionen statt und es wird ein Bestrahlungsplan erstellt. Nicht in jedem Fall stellt sich eine Behandlung mittels IMRT als die beste Behandlungsmethode dar. Für jeden Patienten wird individuell das für ihn beste Therapiekonzept ermittelt.

Die Medizinphysik errechnet mit Hilfe einer komplexen Planungssoftware (Varian Eclipse) gemäß der Verordnung der Ärzte über die Zieldosis im Tumorbereich und Toleranzdosis am Normalgewebe die optimale Fluenzmodulation der einzelnen Bestrahlungsfelder. Mit dieser Technik kann eine weitere Verbesserung des Schutzes normaler Gewebe und Organe und eine Erhöhung der Strahlendosis im Tumor erreicht werden.

Vor Beginn der Therapie wird jeder individuell erstellte Bestrahlungsplan auf Richtigkeit überprüft, die so genannte Verifikation des IMRT Bestrahlungsplans.

Die Bestrahlung erfolgt fraktioniert. Die einzelnen berechneten Bestrahlungsfelder werden nach einer vorgegebenen Abfolge eingestellt und die Dosis über die einzelnen Bestrahlungsfelder im Zielgebiet appliziert. Vor der täglichen Bestrahlung wird die Lage des Patienten mit Hilfe von Röntgenaufnahmen, die direkt mit dem Behandlungsgerät in der Behandlungsposition durch das sogenannte On-Board-Imaging (OBI) System erstellt werden, überprüft und bei Erfordernis korrigiert. In einigen Fällen wird zusätzlich eine sogenannte „Cone-Beam“ Computertomographie vor Beginn der Bestrahlung mit dem OBI System durchgeführt und direkt mit den Computertomographien der Bestrahlungsplanung vor Beginn der Therapie verglichen. Somit ist dauerhaft ein präzise Erfassung der Behandlungsregion und somit eine korrekte Durchführung der Therapie garantiert.

 

 

Atemgesteuerte Bestrahlung (Atem-Gating)

 

Einige Organe und Strukturen im Körper, insbesondere im Bereich des Brustkorb und des Oberbauches sind atemverschieblich. Durch die Bewegungen des Zwerchfells generell, die seitlichen Bewegungen der Rippen insbesondere bei der Atmung „in den Brustkorb“ und der nach vorne gerichteten Ausdehnung der Bauchdecke bei der Atmung „in den Bauch“ erfolgen teilweise erhebliche Lageveränderungen der Organe innerhalb eines Atemzyklus.

Traditionell wird diesem Problem der Atemverschieblichkeit im Rahmen der Bestrahlungsplanung mit der Einrichtung von entsprechenden Sicherheitsabständen um die eigentliche Zielregion begegnet. Somit ist garantiert, dass sich der Tumor immer im Bestrahlungsfeld befindet, allerdings müssen somit auch größere Bereiche unbeteiligter Körperregionen miterfasst werden. Dies kann zum einen unter der Behandlung zu vermehrten Akutnebenwirkungen führen, zum anderen langfristig Beschwerden verursachen. Ein Kernproblem der Bestrahlungsplanung ist es, eine Balance zwischen den beiden Aspekten der sicheren Tumorerfassung und maximalen Schonung gesunder Gewebe zu finden.

Mit Hilfe neuer Techniken ist es mittlerweile möglich eine durch die Atemphasen gesteuerte Bestrahlung zu ermöglichen. Dieses sogenannte Atem-Gating ermöglicht eine weitere Steigerung der Präzision und Reduktion der Normalgewebebelastung. Durch die Kenntnis der genauen Lage des Tumors in allen Phasen des Atemzyklus können die erforderlichen Sicherheitsabstände für die Bestrahlungsplanung reduziert werden.

Grundlage für die Umsetzung des Atem-Gating ist eine Computertomographie, die nicht nur wie gewohnt ein dreidimensionales Bild des Körpers erstellt, sondern darüber hinaus anhand des individuell gemessenen Atemverlaufs, die Bilder in allen Atemphasen darstellt (eine sogenannte 4D-Computertomographie).

Die Behandlungsplanung kann darauf hin unter verschiedenen Gesichtspunkten geplant und durchgeführt werden. Es gibt die Möglichkeiten eine Bestrahlung nur in bestimmten Atemphasen durchzuführen, um somit die o.g. Präzision unter gleichzeitiger Schonung zu erreichen, oder durch eine genaue Definition des Tumors in jeder Atemphase die Sicherheitsabstände zu verringern.

Die Technik des Atem-Gating wenden wir in unserer Klinik immer unter Einbindung der IGRT an.

Individuell wird bei jedem Tumor im Bereich des Brustkorb und Oberbauch geprüft, ob eine Atemzyklus-gesteuerte Bestrahlung einen Vorteil für den Patienten bietet.

Stereotaxie

Stereotaktische Bestrahlung

Die stereotaktische Radio- oder Strahlentherapie verwendet eine hochpräsize submillimetergenaue bildgestützte Lagerung des Patienten. Mit den entsprechenden Lagerungshilfen ist, bei Behandlungen im Kopfbereich, in gewissen Konstellationen, ein Sicherheitsabstand nicht erforderlich, bzw. wird im Gegensatz zur konventionellen Bestrahlung  ein sehr geringer Sicherheitsabstand um das Behandlungsziel benötigt.

Ein hervorstechendes Merkmal der stereotaktischen Radiotherapie ist, dass Tumore, die aufgrund ihrer Lage und Beziehung zu Organen, einer normalen Operation nicht zugänglich sind, hocheffektiv behandelt werden können. Die stereotaktische Radiotherapie ermöglicht die Behandlung von kleineren Zielen (z. B. eine Hirnmetastase, Lebermetastase) mit hohen Dosierungen, die mittels einer konventionellen perkutanen Radiotherapie nicht zu realisieren sind. Zeitgleich wird aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Behandlungstechnik eine hochgradige Schonung der umliegenden gesunden Strukturen und Organe ermöglicht.

 

 

Zu unserem Behandlungsspektrum gehören dabei sowohl maligne Erkrankungen wie z.B. verschiedene Hirntumore oder Metastasen, als auch benigne Erkrankungen wie Meningiome, arteriovenöse Malformationen, Akustikus-Neurinome oder Trigeminusneuralgien.

Die Anzahl der Therapiesitzungen und die Dosis der jeweiligen Bestrahlung richten sich nach der Tumorentität, Größe des Behandlungsvolumens, Lage im Körper und der zusätzliche möglichen Lagerungshilfen.

Prinzipiell gibt es zwei Therapieansätze, zum einen die Einzeit-Bestrahlung, auch Radiochirurgie (SRS) genannt und zum anderen die fraktionierte stereotaktische Radiotherapie (FSRT) mit wenigen Therapiesitzungen bis hin zu täglichen Therapiesitzungen über bis zu 6 Wochen.

Intrakranielle stereotaktische Bestrahlung

Extrakranielle stereotaktische Bestrahlung

Ganzkörper Bestrahlung (TBI)

 

Die Ganzkörperbestrahlung erfolgt im Rahmen der Vorbereitung vor einer geplanten autologen (eigene Zellen) oder allogenen (fremde Zellen) Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation. Die Ganzkörperbestrahlung wird eingesetzt bei verschiedenen Leukämieformen.

Brachytherapie

Die Brachytherapie ist eine weitere Variante der Strahlentherapie, die im Gegensatz zur so genannten Teletherapie, der allgemein bekannten perkutanen Bestrahlungsbehandlung von außen, den Tumor direkt vor Ort therapiert. Die Distanz vom Behandlungsziel zur Bestrahlungsquelle liegt im Bereich weniger Zentimeter/Millimeter.

Die Therapie erfolgt somit direkt im Tumor, bzw. in der ehemaligen Tumorregion, ohne die Strahlung hierbei durch den Körper von außen nach innen führen zu müssen. Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass direkt im Tumor in kurzer Zeit hohe Bestrahlungsdosen appliziert werden können unter gleichzeitiger hochgradiger Schonung der umliegenden Normalgewebe.

Vorab müssen Applikatoren in die entsprechende Zielregion eingebracht werden, denn die Behandlung selbst, sprich die Einbringung der Strahlung, erfolgt in sogenannter Afterloading-Technik (Nachladeverfahren). Hierbei unterscheiden sich im Allgemeinen mehrere Applikationsarten:

  • die intrakavitäre (in Körperhöhlen) oder intraluminale (in Hohlorganen) Brachytherapie,
  • die Oberflächen-Brachytherapie,
  • die interstitielle Brachytherapie.

Das Einlegen der Applikatoren erfordert in den meisten Fällen der intrakavitären/intraluminalen Brachytherapie keine spezielle Medikation oder Narkose, ebenso beim Anpassen der Applikatoren bei der Oberflächen-Brachytherapie.

Bei der interstitiellen Brachytherapie ist es erforderlich die Applikatoren, in einem Eingriff (Intervention), durch die Körperoberfläche in tiefer liegende Gewebe zu führen. Dies geschieht zielgerichtet und gesteuert durch CT-Bildgebung. Oft ist eine leichte beruhigende Medikation in Kombination mit einer örtlichen Betäubung ausreichend, allerdings kann in einigen Fällen auch eine Narkose erforderlich sein.

Die Behandlung ist in Abhängigkeit der Applikationsart entweder ambulant möglich (in den meisten Fällen der intrakavitären/intraluminalen Brachytherapie), oder erfordert einen stationären Aufenthalt (in allen Fällen der interstitiellen Therapie), insbesondere bei Implantaten, die mehrere Tage vor Ort bleiben. Nach Entfernung der Implantate ist eine kurzzeitige Nachbeobachtung hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen erforderlich, in aller Regel 3-4 Tage.

 

Die Oberflächen-Brachytherapie

Die Ruthenium-106 Kalotte

Intrakavitäre/intraluminale Brachytherapie

Interstitielle Brachytherapie

 

Hyperthermie

Als Hyperthermie wird die Überwärmung der Tumorzelle bezeichnet. Die Temperatur wird im Tumor in den Bereich von 40-42 Grad Celsius erhöht. Dies führt zu einer Schädigung der Zellmembran, des Zellskeletts und letztendlich auch des Zellkerns. Tumorzellen sind aufgrund der Veränderungen in den Stoffwechselabläufen einerseits, sowie der Ausbildung der Blutgefäße und der Durchblutung anderseits im Vergleich zu den gesunden Körperzellen besonders anfällig für Hyperthermiebehandlungen.

Durch eine Kombination der Anwendung von Hyperthermie und Chemotherapie oder Strahlentherapie lassen sich Behandlungsergebnisse verbessern. Unter anderem bewirkt die Hyperthermie eine Zunahme der Durchblutung und somit der Sauerstoffversorgung im behandelten Gewebe. Dies ermöglicht eine Steigerung der biologischen Wirkung der Strahlentherapie durch eine intensivierte Sauserstoffradikalbildung, ein grundlegender Wirkungsmechanismus der Strahlentherapie.

Darüber hinaus ermöglicht die oben erwähnte Verbesserung der Durchblutung auch eine bessere Verfügbarkeit der Chemotherapeutika im Tumorgewebe. Die höhere Temperatur hat zusätzlich auch einen förderlichen Einfluss auf chemische Reaktionen im betroffenen Gewebe.

Auch an Zellwänden kommt es zu Veränderungen von Hitzeschockproteinen, so dass die Krebszellen vom Abwehrsystem besser zu erkennen und zu bekämpfen sind.

Eine Schädigung gesunder Körperzellen durch dieses Verfahren ist nicht zu erwarten.

In unserer Abteilungen werden zwei unterschiedliche Ansätze in der Hyperthermiebehandlung angeboten.

Zum einen die lokale Oberflächenhyperthermie (LHT), bei der der Applikator nicht-invasiv auf der Haut anmoduliert und fixiert wird. Auf diese Weise können oberflächennahe Regionen therapiert werden.

Zum anderen die interstitielle Hyperthermie (IHT), bei der die im Rahmen der Brachytherapie implantierten Applikatoren für die Zuführung der Bestrahlungsquellen, ebenfalls für die Zuführung der Hyperthermiesonden genutzt werden. Auf diesem Weg können auch oberflächenferne Regionen zielgerichtet therapiert werden.

Zur Anwendung kommt sowohl die Oberflächenhyperthermie als auch die interstitielle Hyperthermie in Kombination mit perkutaner Radiotherapie oder Brachytherapie in Fällen, bei denen die herkömmlichen Therapiemöglichkeiten nur begrenzt einsetzbar sind (Rezidive, Vorbestrahlungen, fortgeschrittene Primärtumoren, die nicht resektabel sind oder mit konventionellen Therapieverfahren unzureichend kontrollierbar sind (z.B. ausgedehnte Lymphknotenmetastasen). Bei einigen Erkrankungen wird die Therapie auch durch Chemotherapie über unsere Station ergänzt.

Die Erkrankungen die hauptsächlich in unserer Abteilung dieser Behandlung zugeführt werden sind:

• Mammakarzinom

(Die Hyperthermie wurde in Kombination mit Bestrahlung als Option bei Lokalrezidiv nach Mastektomie in der S3-Leitlinie 2012 aufgenommen)

• Hauttumoren

• Metastasen anderer Tumore

IORT

 

Intraoperative Radiotherapie

Bei diesem Verfahren wird im Gegensatz zur perkutanen Bestrahlung der Bestrahlungsapplikator direkt an den Ort der Behandlung geführt. Die bei der perkutanen Bestrahlungsbehandlung verwendete und erforderliche hochenergetische Röntgenstrahlung wird hier durch eine niederenergetische Röntgenstrahlung ersetzt. Diese Kombination aus der unmittelbaren örtlichen Nähe des Bestrahlungsapplikators mit der Behandlungsregion und der verwendete niederenergetische Röntgenstrahlung bietet in speziellen Behandlungssituationen vielfältige Vorteile sowohl hinsichtlich der Wirkung der Strahlung auf das zu behandelnde Gewebe, als auch der Schonung des gesunden umgebenden Gewebes.

 

 Intraoperative Tumorbettbestrahlung bei Brustkrebs

Da Lokalrezidive nach brusterhaltender Operation und postoperativer Radiotherapie in den meisten Fällen im Saum des Tumorbettes auftreten, gehört bei der Therapie des Mammakarzinoms die zusätzliche Bestrahlung des Tumorbettes zum Standard. Bei der intraoperativen Radiotherapie wird diese Behandlung mit Hilfe des INTRABEAM® Systems während der Operation durchgeführt. Nach Entfernen des Tumors kann die Röntgenquelle exakt im Tumorbett platziert werden. Die niedrige Strahlenenergie des Gerätes erlaubt es, im Tumorbett verbleibende Tumorzellen mit einer hohen Dosis zu behandeln, während die dahinter liegenden Organe (z.B. Lunge oder Herz) optimal geschont werden können. Nach einer durchschnittlichen Bestrahlungszeit von etwa 30 Minuten wird dann der Bestrahlungsapplikator wieder entfernt und die Operation in herkömmlicher Weise beendet.

Der Vorteil der intraoperativen Radiotherapie besteht in der Kombination aus Tumorresektion (operative Entfernung des Tumors) bei gleichzeitiger hochpräziser Bestrahlung des Tumorbettes.

 

Protonenplanung

Die Bestrahlung mit Protonen gehört zu den neueren strahlentherapeutischen Verfahren. Aufgrund anderer physikalischer Eigenschaften der beschleunigten Kernteilchen können dabei Areale im Innern des Körpers gezielt behandelt und umliegendes Normalgewebe optimal geschont werden. Langzeitdaten für die Wirksamkeit und das Auftreten von Nebenwirkungen dieser Therapie liegen aber für die meisten Tumore bislang nicht in ausreichender Form vor. Zusätzlich ist eine Therapie mit Protonen aufgrund des erheblichen technischen Aufwands in Deutschland bislang nur an sehr wenigen Standorten verfügbar. Aus diesen Gründen kommt eine Bestrahlung mit Protonen momentan nur bei sehr wenigen Indikationen und individuell ausgewählten Patienten zur Anwendung.

Für spezielle Fragestellungen steht der Klinik für Strahlentherapie und Onkologie in Göttingen aber ein hochmodernes Planungssystem für die Berechnung von Protonenplänen zur Verfügung.

Durch diese Möglichkeit können die verschiedenen Bestrahlungstechniken für den einzelnen Patienten berechnet und miteinander verglichen werden. Sollte hierbei für einen Patienten die Bestrahlung mit Protonen einen signifikanten Vorteil bedeuten wird eine umgehende Vorstellung in einem Protonenzentrum durch uns organisiert.