Stichwortverzeichnis

Strahlentherapie und Radioonkologie von A bis Z

Wir wollen Ihnen mit diesem Stichwortverzeichnis häufig genutzte Begriffe verständlich nahe bringen, mit denen Sie im Rahmen der Diagnosestellung, der Besprechung und Planung einer Behandlung, während einer Behandlung und im Verlauf der Nachsorge in Berührung kommen können.

Für die behandelnden Personen (z.B. Ärzte, MTRAs, u.a.) ist die Verwendung von Fachbegriffen und Abkürzungen selbstverständlich, bleiben dem Patienten aber häufig fremd und un- oder missverständlich.

Um diesen möglichen Verständigungsproblemen vorzubeugen, möchten wir Ihnen eine möglichst einfache, teils vereinfachte und verständliche Darstellung und Erläuterung verschiedener häufig benutzter Begriffe und Abkürzungen an die Hand geben. Aus verständlichen Gründen erheben wir mit diesem Stichwortverzeichnis nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sowohl die Themenauswahl betreffend als auch die Ausführungen der einzelnen Stichworte betreffend.

A

 

Ablatio

Operatives Verfahren mit Entfernung eines gesamten Organs, z.B. der weiblichen Brust[/one_fourth]

adjuvante Therapie

ergänzende Therapie nach Entfernung eines Tumors zur Vorbeugung eines Rückfalles (Rezidiv)

Afterloading

Bestrahlung im so genannten “Nachladeverfahren” (Afterloading = Nachladen).

Vor der eigentlichen strahlentherapeutischen Behandlung wird ein nicht strahlender Applikator an die entsprechende Stelle gebracht. Dies kann bedeuten, dass der Applikator auf der Körperoberfläche angebracht wird als auch in Körperhöhlen eingeführt oder direkt in die betroffene Region implantiert wird.

Nach Bestätigung der korrekten Lage des Applikators wird dieser an das Afterloadingsystem angeschlossen, um die Strahlenquelle an die geplante Position zu führen.

Das Afterloadingsystem besteht aus dem Aufbewahrungstresor für die Strahlungsquelle in Verbund mit der Steuerung, den Führungsschläuchen für die Strahlungsquelle zur Verbindung zwischen Aufbewahrungstresor und Applikator und dem Applikator selber. Es handelt sich hierbei um ein geschlossenes System.

Die Strahlenquelle, an der Spitze eines Führungsdrahtes befestigt, wird computergesteuert über o.g. Afterloadingsystem an die geplanten Positionen geführt, um dort die Bestrahlung durchzuführen. Nach Abschluss der Behandlungssitzung wird die Strahlenquelle zurück in den Aufbewahrungstresor geführt.

AHB

Anschlussheilbehandlung

akut

spontan, plötzlich einsetzend (im Gegensatz zu chronisch)

Allopezie

Haarausfall, mögliche Nebenwirkung nach/unter Chemotherapie oder Bestrahlungen im Kopfbereich

ambulante Behandlung

Durchführung der Therapie im Krankenhaus von Zuhause aus, keine Aufnahme ins Krankenhaus zu stationären Behandlung erforderlich, die meisten strahlentherapeutischen Therapien sind unter ambulanten Bedingungen durchführbar

Analgesie

Verminderte Empfindlichkeit / vollständige Unempfindlichkeit gegenüber Reizen, insbesondere Schmerzreizen

Analgetikum

Schmerzmittel

analgetisch

schmerzlindernd

Anämie

Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen / des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) unter den Normwert

Anamnese

Krankheitsvorgeschichte, wird vom Arzt bei der Erstvorstellung erhoben, um einen Gesamtüberblick über die Situation und den Patienten zu bekommen

Anästhesie

Schmerzstillende oder betäubende Therapie, z.B. vor invasiven (Operationen, u.a.) Eingriffen

Androgene

männliche Geschlechtshormone, z.B. Testosteron (vergleiche Antiandrogene)

Antiandrogene / antiandrogene Therapie

Medikamente / Medikamentengabe mit dem Ziel die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) auszuschalten, kann z.B. in das Gesamttherapiekonzept des Prostatakrebses eingebunden werden

Antiemetika

Medikamente zur Behebung des Brechreizes / Übelkeit, wird oftmals vorbeugend oder therapeutisch während Chemotherapie gegeben

antihormonelle Therapie

Bei bestimmten Erkrankungen wird die Anwendung von Medikamenten, welche die Wirkung von körpereigenen Hormonen hemmen / aufheben, in das Gesamttherapiekonzept eingebunden, z.B. bei Brustkrebs, Prostatakrebs u.a.

Antimykotika

Medikamente zur Behandlung von Pilzinfektionen. Meist harmlose Pilzinfektionen können bei bestimmten Behandlungen gehäuft auftreten, können dann effektiv mit Antimykotika behandelt werden

Antiöstrogene / antiöstrogene Therapie

Medikamente / Medikamentengabe mit dem Ziel die Wirkung der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) auszuschalten, wird z.B. in das Gesamttherapiekonzept des Brustkrebses eingebunden

Antiphlogistikum

Schmerzmittel, zusätzlich zur schmerzhemmenden Wirkung auch entzündungshemmende Wirkung

Anus praeter

künstlicher Darmausgang in der Bauchwand, in bestimmten Fällen situations- und therapieabhängig als dauerhafte Anlage oder als überbrückende Anlage erforderlich

siehe auch Colostoma / Kolostoma

Applikation

Gabe, Verabreichung

Aromatasehemmer

Medikamente, die die körpereigene Herstellung weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene) hemmen, Wird z.B. in das Gesamttherapiekonzept des Brustkrebses eingebunden

Axilla, axillär

Achselhöhle, die Achselhöhle betreffend

axilläre Lymphknoten-Dissektion

operative Entfernung der Achsellymphknoten

AZ

Allgemeinzustand

 

B

 

Bisphosphonate

Medikamente, die den Knochenabbau hemmen und somit einen günstigen Einfluss auf die Stabilität der Knochen haben, mögliche Einbindung in die Behandlung von Knochenmetastasen

Brachytherapie

Bestrahlung in “Kurzdistanz” (griechisch brach’s = kurz), auch Kontaktbestrahlung. Im Gegensatz zur Teletherapie ist die Distanz vom Behandlungsziel zur Bestrahlungsquelle im Bereich weniger Zentimeter/Millimeter. Die Behandlung erfolgt mittels Afterloading- Technik.

siehe auch Afterloading

Behandlungszyklus

Zeitspanne, die durch eine Therapie (z.B. Chemotherapie, u.a.) und die daraus folgende Zeit bis zur Erholung von den Nebenwirkungen bestimmt ist, meist mehrere Wochen

benigne

(=gutartig), im Gegensatz zu maligne, gutartige Tumoren halten die natürlichen Gewebegrenzen ein, wachsen nicht in Nachbargewebe ein, obwohl sie ein großes Ausmaß annehmen können und bilden keine Metastasen/Absiedlungen in anderen Körperregionen.

Bestrahlungsfeld

Körperbereich, der eine Bestrahlung erhält

Biopsie

Entnahme einer Gewebeprobe aus einem Gewebe zur mikroskopischen und/oder molekularbiologischen Analyse

bösartig

siehe maligne

B-Symptomatik

Krankheitssymptome die im Zusammenhang mit Krebserkrankungen (z.B. bei Lymphomen, Leukämien/Blutkrebs, u.a.) auftreten können: Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust

BTM

Betäubungsmittel

C

 

Ca

Abkürzung für carcinoma (Latein = Karzinom)

Chemotherapie

Behandlung mit Medikamenten, die den Tumor bekämpfen und das Tumorwachstum hemmen sollen

chronisch

dauerhaft, langsam entwickelnd (im Gegensatz zu akut)

Computertomografie (CT)

Röntgenuntersuchung, “Schichtröntgen”, von einer Körperregion werden beliebige Schnittbilder aufgenommen, mittels Computer können die untersuchten Regionen in verschieden Ebenen und Schnitten dargestellt werden, im Rahmen der Planung der Strahlentherapie in den meisten Fällen vor Beginn der Behandlung erforderlich.

Cisplatin

Medikament in der Chemotherapie mit zellteilungshemmender Wirkung, wird häufig auch in Kombination zur Bestrahlung verabreicht

Colostoma

Anlage eines künstlichen Darmausganges des Dickdarms in Bereich der Bauchdecke

siehe auch Anus praeter

CUP-Syndrom

Krebserkrankung (englisch = cancer of unknown primary), bei der Metastasen/Absiedlungen erkannt und therapiert werden, wobei trotz intensiver Suche und diagnostischer Abklärung der Ursprungstumor nicht gefunden werden kann

 

D

 

Diarrhö

Durchfall, mögliche Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Strahlentherapie, insbesondere im Bereich des Beckens

Dissektion

Entfernung von tumortragenden oder tumorverdächtigen Weichteilen, z. B. bei Krebserkrankungen im Kopf-/Halsbereich als “neck-dissection, bei Brustkrebs im Bereich der Achselhöhle als “axilla-dissektion”

 

E

Elektronen

negativ geladene Elementarteilchen

Emesis

Erbrechen, mögliche Nebenwirkung der Chemotherapie, gelegentlich auch der Strahlentherapie

Entartung

Veränderung der normalen Gewebestruktur zu einer bösartigen Geschwulst

Epithel

Deckgewebe; z.B. Haut und Schleimhäute

erektile Dysfunktion

Erektionsstörung, fehlende oder nicht ausreichende Erektion des Penis bei sexueller Erregung, mögliche Nebenwirkung bei antihormoneller Therapie oder Bestrahlung im Bereich des Beckens (z.B. im Rahmen der Behandlung bei Prostatakrebs)

Exstirpation

Operative Entfernung von Gewebe, z. B. einer Krebsgeschwulst

Exulzeration

Durchbrechen eines Tumors durch die Körperoberfläche und geschwürartiger Zerfall, möglich bei oberflächennahen Krebsgeschwülsten

Exzision, exzidieren

Entfernung / Herausschneiden von Gewebe

 

F

Filia (Filiae)

Tochtergeschwulst (Latein = Tochter)

siehe Metastase

Fernmetastase

Tochtergeschwulst in einer entfernt vom Ersttumor gelegenen Region

siehe auch Metastase

Fertilität

Fruchtbarkeit, Begriff für die Fähigkeit zur Fortpflanzung

Fibrose

krankhafte Vermehrung des Bindegewebes in einem Organ, mögliche Spätnebenwirkung einer Bestrahlung im Bereich des ehemaligen Bestrahlungsfeldes

FIGO-Klassifikation

System zur Stadieneinteilung bei gynäkologischen Krebserkrankungen, (FIGO = Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique)

Fistel

Ausbildung eines unnatürlichen Verbindung/Gang zwischen einer Körperhöhle mit der Körperoberfläche oder einer benachbarten Körperhöhle (z.B. Enddarm -Scheidenfistel, u.a.)

seltene Nebenwirkung nach Operationen oder Bestrahlungen

Fraktionierung

Aufteilung einer gesamten Strahlendosis auf Einzeldosen

Fraktur (pathologisch)

krankheitsbedingter Bruch eines Knochens, der nicht in einem Unfall oder einer Überlastung begründet ist, z.B. bei Zerstörung von Knochensubstanz durch Skelettmetastasen

5-FU

5-Fluorouracil, Medikament in der Chemotherapie mit zellteilungshemmender Wirkung, wird häufig auch in Kombination zur Bestrahlung verabreicht

G

gutartig

siehe benigne

Gastrointestinaltrakt

Magen-Darm-Trakt

Grading

Einteilung von Tumorzellen und Tumorgeweben nach ihrem Differenzierungsgrad. Eine Einteilung der Tumoren/Tumorzellen (meist G1 bis G4), die beschreibt wie stark die Krebszellen von gesunden, Zellen abweichen, lässt einen Rückschluss auf die Bösartigkeit der Tumoren zu

Gray, Abk. Gy

Maßeinheit, gibt die verabreichte Dosis bei einer Behandlung mit ionisierenden Strahlen an

Gynäkologie

Frauenheilkunde

H

HDR

Bezeichnet eine Therapieform bzw. Applikationsform in der Brachytherapie. Die Bestrahlung wird mittels eines Isotop (in unserer Abteilung Iridium-192) durchgeführt. Hierbei wird die Strahlenquelle nur während der Zeit der Behandlung in den Tumor eingebracht. Es erfolgt in kurzer Zeit eine Bestrahlung hoher Intensität (high dose rate = hohe Dosisrate). Im Vergleich dazu siehe LDR.

Hormontherapie

In der Behandlung von Krebserkrankungen eigentlich Anti-Hormontherapie, siehe antihormonelle Therapie

HER2-Rezeptor

Bindungsstelle für Wachstumsfaktoren auf der Oberfläche von Tumorzellen besonders bei Brustkrebs

Herceptin®

Handelsname für den HER-2-Rezeptor Antikörper Trastuzumab, kann in das Gesamttherapiekonzept bei Brustkrebs eingebunden werden

Histologie

Lehre vom Feinbau der Körpergewebe

Hyperthermie

Bezeichnet eine ergänzende Therapieform, die in Kombination mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie angewendet werden kann. Ziel der Behandlung ist eine Erwärmung des Tumors und der tumortragenden Region mit Temperaturen zwischen 41-45°C. Durch die Erwärmung kann eine Steigerung der Wirkung der Behandlung mit Bestrahlung oder Chemotherapie erreicht werden. Die Erwärmung selbst erfolgt über die Erzeugung von Mikrowellen, die über Applikatoren in die entsprechende Region eindringen und dort den gewünschten Temperaturanstieg bewirken. Die Anwendung der Hyperthermie kann bei oberflächlich liegenden Tumoren über Oberflächenapplikatoren erfolgen, die auf der Haut über der entsprechenden Region angelegt werden. Bei tiefer liegenden Tumoren werden Hyperthermie-Sonden in die zuvor in den Tumor eingebrachten Brachytherapie-Applikationssonden geführt und somit erfolgt die Erwärmung unmittelbar im Tumor.
Anwendung findet die Hyperthermie sowohl bei Patienten, die mit Teletherapie als auch bei Patienten, die mit Brachytherapie behandelt werden. Siehe auch IRO, Brachytherapie, HDR, Teletherapie

 

I

 

IMRT (Intensitäts-Modulierte Radiotherapie)

bezeichnet eine spezielle Technik der perkutanen Strahlentherapie, es wird die Dosis der Bestrahlung innerhalb des Bestrahlungsfeldes moduliert, also den Gegebenheiten angepasst, mit dieser Technik können verschiedene Bereiche eines Bestrahlungsfeldes mit unterschiedlicher Intensität bestrahlt werden, somit besteht die Möglichkeit, gesundes Gewebe besser zu schonen, Tumorgewebe mit mehr Dosis zu erreichen

in situ

Lagebezeichnung (Latein = am Ort), in natürlicher Lage

Indikation

Grund, eine medizinische Maßnahme zu ergreifen

indiziert

medizinisch sinnvoll

infiltrativ / invasiv

bezeichnet bei Tumoren das Einwachsen in das umliegende Gewebe mit Zerstörung des Gewebes

interstitiell

Lagebezeichnung für den Zellzwischenraum, im Zellzwischenraum liegend

interstitielle Radiotherapie

Sonderform der Brachytherapie, durch Hohlnadeln, die in die Zielregion eingeführt werden, lässt sich die Strahlenquelle mittels Afterloading in den Tumor führen.

siehe auch Afterloading, Brachytherpie

invasiv

eindringend

Ionisierende Strahlung

Zur ionisierenden Strahlung zählen energiereiche elektromagnetische Strahlen (Röntgen- und Gammastrahlung) und Teilchenstrahlung (Alpha- und Beta-Teilchen und Neutronen), beim Durchgang durch Materie (z.B. Zellen, Organe) wird an die Umgebung Energie übertragen, dadurch können verschiedene physikalische, chemische und biologische Reaktionen ausgelöst werden, Grundlage der medizinischen Strahlentherapie

IRO

Interventionelle Radioonkologie. Beschreibt im Gegensatz zur perkutanen Strahlentherapie die Bestrahlung direkt am gewünschten Zielorgan. Um die Strahlenquelle an den Ort zu bringen ist es oft erforderlich in einem kleinen operativen Eingriff (Intervention) Applikatoren in die Zielregion zu implantieren, über die dann die Bestrahlung erfolgen kann. Siehe auch Brachytherapie, LDR, Seeds, HDR.

K

Kernspintomografie (MRT)

(auch Magnetresonanztomographie), bildgebende Untersuchungsmethode in dem starke, veränderliche Magnetfelder erzeugt werden. besonders geeignet zur Darstellung von Weichteilen, verursacht keine Strahlenbelastung

Knochenszintigrafie (auch Skelettszintigrafie)

Untersuchungsverfahren zur Darstellung des Skeletts, wird häufig im Rahmen der Diagnostik von Tumorerkrankungen eingesetzt.

Kolostomie, Kolostoma

künstlicher Darmausgang

Kontakttherapie

siehe Brachytherapie

Kontraindikation

gewichtiger Grund gegen die Durchführung einer Behandlung

Kontrastmittel

Die Gabe von Kontrastmitteln (als Infusion oder als trinkbare Flüssigkeit) ist manchmal zur Erhöhung des Kontrastes in Röntgenbildern oder anderen bildgebenden Verfahren erforderlich, ermöglicht die Darstellung von Organen, die sonst schwierig vom umgebenden Gewebe zu trennen sind

kurativ

Behandlung der Ursachen der Krankheit, Heilung als Ziel der Behandlung, im Gegensatz zu palliativ

L

Linearbeschleuniger

Gerät, mit dem die Bestrahlung durchgeführt wird. Die Strahlung wird mittels einer Röntgenröhre erzeugt. Mit diesen Geräten können sowohl ultraharte Röntgenstrahlen (Photonen) als auch Elektronenstrahlung erzeugt werden. Beide Strahlenqualitäten werden routinemäßig in der Strahlentherapie eingesetzt und stellen ionisierende Strahlungsarten dar (s. auch Ionisierende Strahlung).

Lymphknoten

Im gesamten Körper vorkommende kleine Gewebeknoten, die der Abwehr z.B. von Krankheitserregern aber auch zur Reinigung des Gewebswassers (Lymphe) dienen.

Laxans

Abführmittel

LDR

Bezeichnet eine Therapieform bzw. Applikationsform in der Brachytherapie. Die Bestrahlung wird mittels eines Isotop (in unserer Abteilung Iod-125) durchgeführt. Hierbei wird die Strahlenquelle als sog. Seeds dauerhaft in den Tumor eingebracht. Es erfolgt über eine lange Zeit eine Bestrahlung niedriger Intensität (low dose rate = niedrige Dosisrate). Die Strahlenquellen büßen über eine definierte Zeit (Halbwertzeit) an Aktivität und somit an Strahlung ein. Die Seeds verbleiben auch nach Erreichen der gewünschten Dosis im Körper. Im Vergleich dazu siehe HDR.

lokal

örtlich

Lokalanästhesie

örtliche Betäubung

Lokalrezidiv

Wiederauftreten einer Tumorgeschwulst am ursprünglichen Ort nach einer Behandlung

Lymphadenektomie

operative Lymphknotenentfernug

M

 

Magnetresonanztomographie

siehe Kernspintomographie

maligne

(= bösartig), im Gegensatz zu benigne, bösartige Tumoren halten nicht die natürlichen Gewebegrenzen ein, können zerstörend in andere Gewebe einwachsen und können Metastasen/Absiedlungen in anderen Körperregionen ausbilden

Maske

Lagerungshilfe für Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich, zur Erhöhung der Präzision und Reproduzierbarkeit der Bestrahlungseinstellung. Die Maske wird im Rahmen der Bestrahlungsplanung angepasst, sie besteht aus thermoplastischen Materialien, welche nach Erwärmung im Wasserbad an den Patienten anmodelliert werden kann. Sämtliche erforderliche Markierungen können somit auf der Maske aufgezeichnet werden und brauchen nicht im Gesicht des Patienten vorgenommen zu werden.

Metastase

Tochtergeschwulst, die eine Absiedlung von Zellen des ursprünglichen Tumors (z.B. des Brust- Lungen- oder Prostata-Krebs) meist über den Blut- oder Lymphweg in andere Körperregionen darstellt.

Morphin

sehr starkes Schmerzmittel

siehe Opioide

MTRA

Medizinisch – technische (r) Röntgen – Assistent (in) für die Röntgendiagnostik, Strahlentherapie und Nuklearmedizin speziell und hoch ausgebildetes Personal. In der Strahlentherapie werden die täglichen Bestrahlungen durch MTRAs durchgeführt.

Multi Leaf Kollimator (MLC)

schmale Bleilamellen im Bereich des Strahlenganges des Bestrahlungsgerätes mit der Funktion einer Blende. Hierdurch ist nach computergestützter Planung eine individuelle Gestaltung der Bestrahlungsfelder durch Einblendung, d.h. Einfahren der Lamellen in den Strahlengang, möglich

multimodale Therapie

Therapiekonzept aus mehreren Verfahren und Vorgehensweisen

Mykose

Pilzinfektion

N

 

Nausea

Übelkeit, Brechreiz

Neck dissection

(englisch = Halsdissektion), operative Entfernung der Halslymphknoten, teilweise mit umliegenden Weichgewebe

Nekrose

Absterben von Gewebe

Neoadjuvante Therapie

Durchführung einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie vor einer Operation eines Tumors

Neoplasie

Gewebeneubildung

Nephrostoma

Harnableitung über Katheter, die von den Nierenbecken durch die Bauchdecke nach außen geführt werden

Neuropathie

Nervenschädigung, kann Missempfindungen (Jucken, Kribbeln, Taubheit) auslösen

Nuklearmedizin

Fachrichtung der Anwendung radioaktiver Substanzen im menschlichen Körper zur Therapie oder Diagnostik

NW

Nebenwirkung

O

OBI

(englisch = on board imaging), das OBI -System ist eine technische Erweiterung eines Linearbeschleunigers, hierdurch kann vom Patienten in der Behandlungsposition eine genauere Bildgebung erstellt werden, z.B. zur Qualitätskontrolle der Lagerungsgenauigkeit

Obstipation

Stuhlverstopfung

Obstruktion

Verschluss eines Hohlorgans oder eines Ganges, mögliche Komplikation bei Tumorerkrankungen durch Verdrängung oder Einwachsen

Ödem

Ansammlung von Flüssigkeit im Zellzwischenraum

Onkologie

Lehre von den Krebserkrankungen

Opiat

Substanz im Opium, z.B. Morphin, sehr starke Schmerzmittel, in der Schmerztherapie gebräuchlich

Opiate

dem Opium ähnliche Stoffe mit ähnlicher Wirkung

oral

durch den Mund

Ösophagus

Speiseröhre

ossär

den Knochen betreffend

Östrogene

weibliche Geschlechtshormone

P

Planungs-CT (Planungs-Computertomografie)

bei der modernen dreidimensionalen computergestützten Bestrahlungsplanung werden vor Therapiebeginn die Körperdaten des Patienten mittels einer Planungs-CT in den Bestrahlungsrechner eingelesen. In diesem “Körper” im Computer wird die Bestrahlung so berechnet, dass die verordnete Dosis die Tumorregion optimal erreicht ohne umliegende Organe langfristig zu schädigen oder in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.

palliative Therapie

(Latein: pallium = Mantel) Behandlung zur Linderung von Symptomen bei Krebserkrankungen, wenn eine kurative (heilende) Therapie nicht mehr möglich ist, gute Möglichkeit zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten bei krankheitsbedingten Beschwerden oder Einschränkungen

parenteral

den Magen-Darm-Trakt umgehend, der Begriff parenterale Ernährung bedeutet eine vollständige Versorgung mit Nährstoffen durch Infusionen

partielle Remission

deutlicher Rückgang der Tumorerkrankung/- manifestation

Probeexzision (PE)

Entnahme von Gewebeproben

PEG

perkutane endoskopische Gastrostomie

PEG-Sonde

Ernährungssonde, die im Rahmen einer Magenspiegelung vom Magen durch die Bauchdecke nach außen geführt wird, ermöglicht die Ernährung bei Schluckbeschwerden oder anderen Störungen des Schluckvorganges, situationsabhängig ist die prophylaktische (vorbeugende) Anlage einer PEG – Sonde vor Beginn einer strahlentherapeutischen Behandlung insbesondere im Kopf-Hals Bereich sinnvoll

perkutan

durch die Haut

perkutane Bestrahlung

Bestrahlung von außen durch die Haut, häufigste Anwendungsart der Bestrahlung, meist mittels Linearbeschleuniger

PET

Positronen – Emissions – Tomographie

Port

künstlicher Zugang zum Gefäßsystem, meist als kleine Kammer unter die Haut gepflanzt und mittels Venenkatheter an das Gefäßsystem angeschlossen, ermöglicht die komfortable Verabreichung von Medikamenten / parenteraler Ernährung über das Gefäßsystem, ersetzt bei langen Therapien das häufige Anlegen von Venenzugängen z.B. im Bereich der Extremitäten

Primärtumor

Ursprungstumor, im Gegensatz zu Tochtergeschwülsten / Absiedelungen /Metastasen

siehe auch Metastasen

progrediend

fortschreitend

Progression

Fortschreiten der Erkrankung

prophylaktisch

vorbeugend

PSA

prostataspezifisches Antigen, Tumormarker

R

Radiatio

Bestrahlung

siehe Radiotherapie

Radiotherapie

Synonym für Radiatio, Strahlenbehandlung oder Strahlentherapie, Einsatz ionisierender Strahlen zu Heilungszwecken.

Die Radiotherapie oder Strahlenbehandlung beinhaltet die ausführliche Aufklärung des Patienten über Art, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen der Behandlung, die individuelle Bestrahlungsplanung, abhängig u.a. von der Erkrankung und dem Patienten selbst, und die Bestrahlung. In nahezu allen Fällen wird die geplante Dosis in mehrere Behandlungsschritte (Fraktionen) eingeteilt, um eine größtmöglichste Schonung der gesunden Gewebe zu erreichen. Aus diesen Gründen kann die Gesamtbehandlungszeit wenige Tage bis mehrere Wochen in Anspruch nehmen, wobei die Dauer der Therapie meist nichts über die Schwere der Erkrankung aussagt.

Rapid Arc

Bestrahlungstechnik, eine Variante ähnlich der IMRT

Regeneration

Erholung, z.B. von Geweben nach Behandlung von energiereichen Strahlen

Regression

Geweberückbildung

Rehabilitation

Maßnahmen zur Wiedereingliederung in Beruf und Privatleben nach einer Erkrankung

Rektum

Mastdarm

Remission

vorübergehende oder auch dauerhafte Rückbildung von sichtbaren Krankheitszeichen, bei Tumorerkrankungen gibt die Remission den Grad der Verkleinerung oder das Verschwinden der Tumorerkrankung an

Resektion

operative Entfernung von krankhaften Geweben / Organen

reversibel

umkehrbar, wieder rückgängig zu machen

Rezidiv

Wiederauftreten der Erkrankung nachdem ein symptomfreier Zustand durch Therapie erreicht wurde

S

Seeds

(englisch = Saatkörner), verkapselte radioaktive Strahlenquellen, die zur inneren Bestrahlung direkt und dauerhaft in das Tumorgewebe eingebracht werden, Therapiemöglichkeit beim frühen Prostatakrebs

Sentinel-Lymphknoten

(englisch: sentinel = Wächter), erster Lymphknoten innerhalb eines bestimmten Lymphabflussgebietes, wird mittels verschiedener Verfahren z.B. bei der operativen Therapie des Brustkrebs aufgesucht und entfernt zur Abklärung oder zum Ausschluss eines möglichen Tumorbefalls

Simulator

Der Simulator ist ein Röntgendurchleuchtungsgerät, das einem Bestrahlungsgerät nachempfunden ist. Mit dem Simulator werden die Bestrahlungsfelder festgelegt, verifiziert und dokumentiert. Bei der Simulation werden die Lagerung des Patienten, aber auch die zu bestrahlenden Felder mittels eines Farbstifts auf dem Patienten markiert. Erst nach einer Simulation beginnt die eigentliche Bestrahlung.

Sphinkter

Schließmuskel

Staging

erforderlich zur Feststellung des Ausmaßes einer Krebserkrankung und somit Ermöglichen einer Einteilung in Krankheitsstadien vor Behandlung mittels unterschiedlicher invasiver und nichtinvasiver diagnostischer Verfahren, die Einteilung der Tumorstadien ist standardisiert, ermöglicht die Auswahl der geeigneten Therapiemöglichkeiten

Stenose

dauerhafte Verengung von Hohlorganen oder Gefäßen, z.B. durch tumorbedingte Verdrängung oder Einwachsen des Tumors in die betreffende Struktur

Stereotaxie

spezielle perkutane Bestrahlungstechnik mittels Linearbeschleuniger, ermöglicht eine räumlich hochpräzise Steuerung der Bestrahlung

Supportivtherapie

unterstützende, begleitende Therapie zur Behandlung oder Vermeidung von Nebenwirkungen

Symptom

Krankheitszeichen

Strahlenquelle

radioaktives Element, zur Durchführung der Brachytherapie

Strahlentherapie

siehe Radiotherapie.

T

Testosteron

männliches Geschlechtshormon

Thorax

Brustkorb, Brustraum

TNM- Klassifikation

ermöglicht die schematische zur Einteilung von bösartigen Tumoren im Rahmen des Stagings, für jede Tumorart standardisiert, das T beschreibt den Tumor, das N die Lymphknoten (Nodi) und das M (Metastasen) das Vorliegen oder Fehlen von Tochtergeschwülsten.

Tomographie

Diagnostisches Verfahren mit der Erstellung von Schnittbildern

toxisch

schädigend, giftig

Toxizität

bezeichnet die schädigende Wirkung (Giftwirkung) einer Susbtanz, z.B. eines Chemotherapiemedikamentes

Tracheostoma

künstlich Atemöffnung im Bereich der Luftröhre, kann vorübergehend oder dauerhaft angelegt werden bei Gefahr der Verlegung oder Verschluss der oberen Atemwege

Transfusion

Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen

Tumor

Schwellung, Vermehrung von Gewebszellen über das normale Wachstum hinaus, gutartig oder bösartig

U

Ultraschalluntersuchung

(Sonographie), bildgebendes Verfahren mittels unhörbarer Schallwellen

Ulzeration

Geschwürbildung, z.B. oberflächennahe Tumore, die durch die Haut oder Schleimhaut nach außen brechen

W

wait and see

(englisch: Abwarten und Beobachten), therapeutische Strategie mit abwartender Haltung vor Einleitung einer Therapie

 

X

Xerostomie

Trockenheit der Mundhöhle, mögliche Therapienebenwirkung bei Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich, zeitweilige oder dauerhafte Einschränkung der Speichelproduktion

 

Z

Zielvolumen

Region des Körpers, die Ziel einer Bestrahlung ist

Zystitis

Blasenentzündung

Zytostatika

Medikamente, die in der Tumortherapie im Rahmen der Chemotherapie zur Bekämpfung der Krebsgeschwulst eingesetzt werden

siehe auch Chemotherapie

zytotoxisch

zellschädigend, für Zellen giftig