Stereotaxie

Description

Intrakranielle stereotaktische Bestrahlung

Bestrahlungen im Bereich des Kopfes

Insbesondere bei Behandlungen im Bereich des Kopfes ist eine hohe Präzision in der Lagerung des Patienten für die Güte der Behandlung maßgeblich entscheiden. Mit steigender Präzision verbessern sich ebenfalls die Möglichkeiten gesunde Organe und Gewebe zu schonen, da geringere Sicherheitsabstände benötig werden und die Dosis im Tumor deutlich über die üblichen Werte zu steigern. Hierdurch ist eine gleichzeitig schonendere und effektivere, sowie zeitlich kürzere Behandlung möglich.

Für die hoch präzise Lagerung, die eine Genauigkeit im Submillimeterbereich ermöglicht, verwenden wir, je nach Patient und Indikation, zwei unterschiedliche Lagerungssysteme:

Das erste Lagerungssystem basiert auf einer individuell für den jeweiligen Patienten angepassten Aufbißschiene (ähnlich den Aufbißschienen bei der zahnärztlichen Versorgung). In Verbindung mit einer Kopfmaske, zusätzlichen Markern und der Aufbißschiene kann eine Echtzeit-Überwachung der Patientenlage unter der Behandlung erreicht werden und somit die erforderliche Präzision jederzeit unter Therapie garantiert werden. Dieses Lagerungssystem wird überwiegend verwendet bei fraktionierten stereotaktischen Behandlungen, kann aber auch bei der Radiochirurgie verwendet werden.

Das zweite Lagerungssystem basiert auf einem invasiv am Kopf befestigten Ring. Dieser Kopfring wird unmittelbar vor der Behandlung unter lokaler Betäubung am Schädelknochen des Patienten fixiert und direkt nach Durchführung der Therapiesitzung wieder abgenommen. Mit Hilfe dieses Ringes ist die größtmögliche Lagerungsgenauigkeit im Submillimeterbereich zu erreichen. Dieses Lagerungssystem verwenden wir nur bei der Radiochirurgie bei der Applikation sehr hoher Bestrahlungsdosen (z.B. Trigeminusneuralgie).

Extrakranielle stereotaktische Bestrahlungen

Bestrahlungen im Bereich des Körperstamms (Stereotactic Body Radiation Therapy – SBRT)

Die sogenannte „Körperstereotaxie“ ermöglicht es, kleinere Tumoren, die einer operativen Versorgung nicht zugänglich erscheinen, hocheffektiv zu behandeln. Die Behandlung erfolgt in wenigen Therapiesitzungen, wobei hohe Einzeldosen appliziert werden und so den Tumor zerstören. Wie in der stereotaktischen Behandlung des Kopfes, ist es dank neuer Techniken auch im Bereich des Körpers möglich eine Präzision der Bestrahlung im Millimeterbereich zu erreichen.

Dieses Verfahren eignet sich insbesondere für die Behandlung von Tumoren der Lunge, der Leber, im Bereich der Wirbelsäule, des Halses und im Bereich des Beckens.

In Verbindung mit der sogenannten IGRT (image guided radio therapy), der bildgestützten Bestrahlung, können wir bei den Organen die Atembeweglichkeit dieser Organe bestimmen und mit in die Behandlungspläne einkalkulieren.

Darüber hinaus können wir die Bewegungen des Behandlungsziels überwachen. Die Kombination der SBRT und der IGRT ermöglichen uns eine optimale Erfassung und Behandlung des Tumors bei gleichzeitiger optimaler Schonung des umliegenden Gewebes.

Die Körperstereotaxie wird in unserer Klinik insbesondere bei Lungentumoren, Lebermetastasen und bei Tumorrezidiven in vorbestrahlten Körperregionen angewendet.